Ein Wiesmann ist mehr als ein Fahrzeug. Er zieht Menschen an, öffnet Gespräche und macht jede Ausfahrt zu einem Erlebnis. Diese Seite ist das Storybook des White Gecko – eine Sammlung besonderer Momente und Geschichten rund um meinen MF4 GT.
Stories
Geschichte19.03.2026
Wie alles begann
Ein Wiesmann war für mich lange ein echter Jugendtraum
Im März 2026 reifte in mir ein Gedanke. Meine drei Mädels waren aus dem Windelalter raus, die V-Klasse erfüllte zuverlässig ihren Dienst als Familienkutsche und die C-Klasse war das brave Alltagsauto. Doch neben all der Vernunft und Alltagstauglichkeit musste endlich wieder etwas her, das nicht nur praktisch ist, sondern Emotionen weckt. Ein Spaßauto. Etwas Besonderes.
Dann tauchte auf mobile.de plötzlich ein Wiesmann MF4 GT auf – in Augsburg, ganz in meiner Nähe.
Schon der erste Kontakt zum Erstbesitzer, Herrn Meyer, war etwas Besonderes. Man spürte sofort, dass dieser Wagen für ihn nicht einfach nur ein Auto war. Nach 18 gemeinsamen Jahren, unzähligen Erlebnissen und mit stolzen 87 Jahren fiel ihm die Trennung sichtbar schwer. Genau diese Verbindung zum Fahrzeug hat mich tief beeindruckt – und gleichzeitig gezeigt, dass dieser Wiesmann immer in den richtigen Händen war.
Probefahrt – erstmal zur Tankstelle.
Bei der Probefahrt war es dann endgültig um mich geschehen. Der tadellose technische wie optische Zustand, die edle Farbkombination, die Ausstrahlung, das Fahrgefühl – alles an diesem Auto hat mich sofort gepackt. Der Wagen hatte bereits knapp 300.000 Kilometer erlebt, aber für mich machte ihn genau das noch faszinierender. Kein lebloses Sammlerstück aus der Garage, sondern ein echter Gran Turismo, der gefahren, gepflegt und geliebt wurde.
Als Ingenieur bei BMW und mit Blick auf die vertraute BMW-Technik unter der Wiesmann-Karosserie konnte ich den Zustand gut einschätzen. Dazu kam eine lückenlose Historie: vom Scheckheft über den Kaufvertrag bis hin zu jedem Service- und Werkstattbesuch – festgehalten in drei prall gefüllten Ordnern. Ein Gesamtbild, das Vertrauen geschaffen und das Risiko versteckter Probleme deutlich relativiert hat.
Inkl. 1:18 Wiesmann für meine Kinder.
Es war kein gewöhnlicher Autokauf: Nach mehreren Stunden voller Geschichten, Erinnerungen und persönlichem Austausch wurde bei einem guten Glas Weißwein der Kaufvertrag besiegelt. Der Abend im Schloss fand erst gegen Mitternacht sein Ende.
Zur besonderen Historie meines MF4 GT gehört auch Herr Silme – ein geschätzter Mitarbeiter der Wiesmann-Manufaktur, der dieses Auto über die ganzen 18 Jahre hinweg immer wieder betreut hat. Nach der Insolvenz ging er den Weg mit Martin Wiesmann weiter zu Drehzahl & Momente und blieb ihm dort bis zur altersbedingten Aufgabe der Firma verbunden.
„In jedem Wiesmann, den ich mitgebaut, repariert und mit eigenen Ideen verbessert habe, steckt sehr viel Herzblut von mir.“ – Adil Silme
Mein MF4 GT ist dadurch nicht nur ein seltenes Fahrzeug, sondern ein Auto, das von Menschen geprägt wurde, die diese Marke wirklich leben. Seit dem 19.03.2026 darf ich diesen MF4 GT #180 mein Eigen nennen – für den Gecko beginnt damit ein neues Kapitel unter dem Namen The White Gecko.
Club02.–09.05.2026
Der Wiesmann Club
Nur wenige Wochen nach dem Kauf ergab sich direkt das nächste Highlight: Der Wiesmann Club war mit rund 40 Fahrzeugen eine Woche lang im Allgäu und in der Bodensee-Region unterwegs.
Die „Allgäu/Bodensee-Tour“ vom 02.05. bis 09.05.2026 führte praktisch direkt an meiner Haustür vorbei. Ich schrieb den Vorsitzenden an – und wurde sofort herzlich als Gastfahrer aufgenommen.
Schon die ersten gemeinsamen Kilometer in der Kolonne waren ein Erlebnis für sich: vorne und hinten Wiesmann, dieser unverwechselbare Klang, die geschwungenen Straßen des Allgäus – und ein Auto, das in den Kurven förmlich am Asphalt klebt.
Gemeinsame Ausfahrt mit dem Wiesmann Club – Kurven, Klang und Geckos in Kolonne.
Fast genauso beeindruckend wie das Fahren selbst war die Reaktion der Menschen unterwegs. Überall sorgten die Fahrzeuge für Aufmerksamkeit, offene Blicke, Fragen und Begeisterung. Ein besonderes Erlebnis war der 03.05.2026, als wir mit unseren Geckos direkt auf dem Rathausplatz in der Wangener Altstadt empfangen wurden – inklusive Begrüßung durch den Oberbürgermeister, Alphörnern, Käseverkostung und vielen interessierten Besuchern.
Empfang auf dem Rathausplatz in Wangen im Allgäu.
Auch die Club-Community selbst hat mich sofort überzeugt: offen, hilfsbereit, begeistert und völlig unkompliziert. Vom ersten Moment an fühlte ich mich willkommen. Aus dem Gastfahrer wurde so ziemlich schnell ein Mitglied.
Da haben sich zwei weiße Geckos gefunden: MF3 Roadster und MF4 GT.
Messe12.–14.06.2026
Auf der Klassikwelt
Vom 12. bis 14.06.2026 stand der weiße Gecko auf der Klassikwelt Bodensee – direkt im Foyer, eingebettet in die Sonderschau „Vergangene Marken“.
Bühne frei: Der White Gecko im Foyer der Klassikwelt Bodensee.
Für mich war dieser Auftritt eine schöne Möglichkeit, dem MF4 GT eine Bühne zu geben. Wiesmann ist eine Marke, die man nicht jeden Tag sieht – und genau deshalb passt er so gut in ein Umfeld, in dem automobile Leidenschaft, seltene Manufakturqualität und persönliche Geschichten zusammenkommen.
Gleichzeitig ging es mir nicht nur ums Ausstellen. Ich habe mich über gute Gespräche, den Kontakt zu Gleichgesinnten und über Menschen gefreut, die beim Blick auf den Wagen kurz stehen geblieben sind, weil sie gespürt haben: Da steht etwas Besonderes.
Übrigens: Was schätzen Sie, wie viele Kilometer dieser Gecko schon gelaufen hat? Die Antwort überrascht viele – und sie erzählt viel über diesen besonderen MF4 GT. Mehr dazu steht unter Mein MF4 GT.
Special03.–05.07.2026
25 Jahre Wiesmann Club – zurück an den Ort, an dem alles begann
Das 25-jährige Jubiläum des Wiesmann Clubs war weit mehr als ein großes Treffen. Es war eine Rückkehr nach Dülmen – an den Ort, an dem die Geckos einst entstanden und an dem bis heute unzählige Geschichten lebendig sind.
Die Reise nach Dülmen
Für den White Gecko lagen rund 700 Kilometer zwischen dem heimischen Landsberg am Lech und Dülmen. Am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Öl und Kühlwasser waren kontrolliert, der Tank mit 102 Oktan gefüllt und im Gepäck lag vor allem eines: die Vorfreude auf ein Wochenende, das weit mehr werden sollte als ein gewöhnliches Markentreffen.
Ab Würzburg nahm Ivelin auf dem Beifahrersitz Platz. Die Kilometer vergingen wie im Flug: Wir sprachen über Autos und verschiedene Schraubergeschichten, genossen den Klang des V8 und waren gespannt auf das, was uns am Ursprungsort von Wiesmann erwarten würde.
Auf dem Weg nach Dülmen – 700 Kilometer, V8-Klang und die Vorfreude auf ein besonderes Wochenende.
Die Nachrichten in der Club-WhatsApp-Gruppe zeigten schnell, dass die Vorfreude bei uns groß war. Aus ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus machten sich die Geckos auf den Weg zu ihrem Ursprungsort. Ab Dortmund begegneten uns dann die ersten Wiesmänner auf der Autobahn – das Ziel war nicht mehr weit.
Zurück in den heiligen Hallen
Die ehemalige Wiesmann-Manufaktur ist kein gewöhnliches Fabrikgebäude. Die beeindruckende Holz-Glas-Konstruktion wurde in Form eines Geckos errichtet und verkörperte damit schon von außen die Identität der Marke. Durch die großen Glasfronten konnten Kunden und Besucher einst unmittelbar miterleben, wie aus unzähligen Einzelteilen in aufwendiger Handarbeit ein Wiesmann entstand.
Die ehemalige Manufaktur als Kulisse für ein Wochenende voller Geschichte und neuer Erinnerungen.
Auch heute ist die Manufaktur noch eng mit den Fahrzeugen verbunden. Die Wiesmann Sports Cars GmbH bietet hier Service-, Wartungs- und Restaurierungsarbeiten an. Viele der Spezialisten verfügen über einen über Jahrzehnte gewachsenen Erfahrungsschatz und kennen die Besonderheiten der handgefertigten Sportwagen bis ins kleinste Detail.
Doch in den Hallen werden nicht nur bestehende Fahrzeuge erhalten: Seit 2025 entstehen hier auch fünf exklusive Sonderexemplare unter dem Namen Wiesmann Tributo. Das auf dem MF5 basierende Modell versteht sich als streng limitierte Wiederauflage des früheren Wiesmann-Topmodells und wird unter Verwendung teilweise noch vorhandener Komponenten aus den ehemaligen Lagerbeständen in aufwendiger Handarbeit gefertigt.
Vor allem aber steckt in diesen Hallen unglaublich viel Geschichte. Auf der Präsentationsfläche stehen die legendären MF3- und MF4-Rennfahrzeuge, die unter anderem beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring für Aufsehen sorgten. Daneben befindet sich das Showcar der Studie Wiesmann Spyder, die 2011 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde. Einen deutlichen Kontrast dazu bildet der Prototyp des Project Thunderball: ein vollelektrischer Roadster mit rund 680 PS, der 2022 als Vision für die Zukunft der Marke präsentiert wurde.
Die unmittelbare Nähe zu diesen außergewöhnlichen Fahrzeugen, die noch sichtbaren Spuren der Produktion, Lederhäute, Formen, Werkzeuge, die Sattlerei und viele kleine Details erzeugen ein ganz besonderes Gefühl. Es wirkt nicht wie eine stillgelegte Produktionsstätte, sondern vielmehr so, als befände sich die Manufaktur lediglich in einem Dornröschenschlaf – bereit, jederzeit wieder zum Leben erweckt zu werden.
Und vielleicht ist dieser Moment näher, als wir denken. Neue Entwicklungen und Gerüchte lassen zumindest hoffen, dass die Geschichte von Wiesmann in die nächste Runde geht.
Mehr über eine mögliche Zukunft der Marke erfahrt ihr in der Story „Wiesmann 2.0?“
Friedhelm Wiesmann – der Mensch hinter der Marke
Einer der bewegendsten Momente des Wochenendes war für mich die Begegnung mit Friedhelm Wiesmann. Gemeinsam mit seinem Bruder Martin hat er nicht einfach ein Unternehmen gegründet, sondern etwas geschaffen, das bis heute Menschen begeistert und miteinander verbindet.
Ein persönlicher Moment: gemeinsam mit Friedhelm Wiesmann beim Jubiläumswochenende in Dülmen.
Wer Friedhelm zuhört, erlebt keine einstudierte Unternehmensgeschichte. Er erzählt offen, humorvoll und mit beeindruckender Authentizität von den Anfängen, von mutigen Entscheidungen, ungewöhnlichen Kunden, technischen Herausforderungen und all den kleinen und großen Momenten, die Wiesmann groß gemacht haben. Dabei spürt man sofort: Dieser Mann hat noch immer Benzin im Blut. Auch heute noch brennt er für die Geckos, für die Menschen und für sein Lebenswerk.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir auch Friedhelms Gedanken darüber, wie sich der gesellschaftliche Blick auf das Automobil verändert. Heute rücken bei vielen Menschen andere Themen in den Vordergrund: möglichst günstig und effizient von A nach B zu gelangen, Umweltaspekte, Alltagstauglichkeit etc. Die emotionale Verbindung zum Automobil, die Begeisterung für Technik und die Freude am Fahren geraten mehr und mehr in den Hintergrund.
Gerade deshalb finde ich es wichtig, insbesondere die jüngere Generation mit solchen authentischen Geschichten zu erreichen und für die Technik und das Automobil zu begeistern.
Einige der großartigen Geschichten von Friedhelm und Martin Wiesmann findet ihr auch im Motorikonen Podcast. Darin erzählen die Wiesmann-Brüder offen und unterhaltsam von den Anfängen, der Entwicklung der Marke und vielen besonderen Erlebnissen aus ihrer gemeinsamen Wiesmann-Zeit.
Friedhelm persönlich kennenzulernen, war für mich einer der besonderen Momente dieses Wochenendes. Seine offene Art, seine Leidenschaft und die vielen Geschichten haben diesen Ort noch einmal auf eine ganz andere Weise lebendig werden lassen.
Gemeinsam unterwegs – die Jubiläumsausfahrt
Am Samstagvormittag durfte natürlich auch das nicht fehlen, wofür ein Wiesmann gebaut wurde: das Fahren. In mehreren Gruppen machten sich zahlreiche Geckos auf den Weg durch das Münsterland. Für einige Stunden entstand eine außergewöhnliche Kolonne aus Roadstern und GT-Modellen – begleitet vom Klang der Motoren, den Blicken der Menschen am Straßenrand und dem besonderen Gefühl, mit so vielen Wiesmann gemeinsam unterwegs zu sein. Dabei ging es weniger um Tempo als um das gemeinsame Erlebnis: fahren, genießen und die Begeisterung für diese Fahrzeuge dort sichtbar machen, wo sie hingehören – auf der Straße.
Gemeinsam unterwegs – die Jubiläumsausfahrt durch das Münsterland.
Quer durch die Kurve – Ronny Wechselberger
Wenn Ronny Wechselberger hinter dem Steuer Platz nahm, dauerte es nur wenige Sekunden, bis sich der Platz in eine Bühne aus Motorenklang, Reifenqualm und perfekt kontrollierten Drifts verwandelte.
Der Stuntfahrer, Rennfahrer und Guinness-Weltrekordhalter zeigte über den Tag hinweg, was mit Erfahrung, Fahrzeugbeherrschung und einer ausreichenden Menge Reifen möglich ist. Insgesamt gingen bei seinen Vorführungen fünf Reifensätze in Rauch auf.
Auch zwischen den Vorführungen nahm sich Ronny Zeit für Gespräche und den Austausch mit den Besuchern. Seine beeindruckende Fahrzeugbeherrschung, seine Begeisterung und der direkte Kontakt zum Publikum machten seine Auftritte zu einem der Höhepunkte des Wochenendes.
Reifenqualm und Fahrzeugbeherrschung – Ronny Wechselberger bei seiner Driftshow in Dülmen.
Dülmen aus der Luft
Einen völlig anderen Blick auf das Jubiläum bot der Hubschrauberrundflug. Aus der Luft wurde erst richtig sichtbar, welche Dimension das Treffen angenommen hatte. Mehr als 100 Wiesmann-Fahrzeuge, das ehemalige Manufakturgelände und die Umgebung bildeten aus dieser Perspektive ein beeindruckendes Gesamtbild.
Der Helikopterflug über die ehemalige Manufaktur und mehr als 100 Wiesmann-Fahrzeuge.
Ein Himmel voller Erinnerungen
Gegen ein Uhr nachts wartete ein weiterer Höhepunkt: ein Feuerwerk 2.0. Bei der Show mit über 100 Drohnen entstanden über dem Veranstaltungsgelände spektakuläre Figuren und Motive am Nachthimmel. Formen, Schriftzüge und Symbole erinnerten an die Geschichte der Marke und verwandelten den Himmel für einige Minuten in eine bewegte Leinwand.
Zusammen mit der Musik, den Fahrzeugen und den vielen Menschen auf dem Gelände entstand eine tolle Atmosphäre. Es war der passende Abschluss eines Tages, an dem Geschichte, Technik, persönliche Begegnungen und spektakuläre Unterhaltung nahtlos ineinander übergingen.
Drohnenfeuerwerk als stimmungsvoller Abschluss des Jubiläumswochenendes.
Das 25-jährige Jubiläum des Wiesmann Clubs war rundum gelungen.
Für mich war dieses Wochenende eine Reise zurück zu den Ursprüngen von Wiesmann, an den Ort, an dem mein MF4 GT gebaut wurde – und zugleich ein Wochenende voller neuer Begegnungen und bleibender Erinnerungen.
Zwischen der ehemaligen Manufaktur, den Erzählungen von Friedhelm Wiesmann, Ronny Wechselbergers Driftshow, dem Blick aus dem Hubschrauber und den Bildern am Nachthimmel wurde spürbar, was diese Marke und ihre Gemeinschaft bis heute ausmacht: Gemeinsame Begeisterung für diese außergewöhnlichen Fahrzeuge, echte Leidenschaft und Geschichten, die Wiesmann-Fahrer wie eine Familie verbinden.
Gastbeitrag03.–05.07.2026
Teilen macht Spaß
Aus der Sicht von Ivelin P.
Es gibt Momente, die lassen sich nicht planen. Momente, die mit einem ganz normalen Gespräch beginnen und sich zu einer Geschichte entwickeln, die man nie wieder vergisst.
Vom freien Beifahrersitz zum geteilten Erlebnis.
Als BMW-Enthusiast war mir die Marke Wiesmann natürlich längst ein Begriff. Eine kleine Manufaktur, die BMW-Technik mit außergewöhnlichem Design und echter Handwerkskunst verbindet. Bewundert habe ich diese Fahrzeuge schon immer – erlebt hatte ich sie bis dahin allerdings nie.
Den Anfang machte ein Benzingespräch mit Tobias. Eigentlich ging es um BMW, doch schnell wurde daraus viel mehr. Wenige Tage später schickte er mir den Link zu The White Gecko. Dort entdeckte ich einen Aufruf: Für das Jubiläumswochenende des Wiesmann Clubs in Dülmen war noch ein Beifahrersitz frei. Gesucht wurde jemand, der die Begeisterung für diese besonderen Fahrzeuge erleben und weitertragen möchte.
Ich habe mich durch die Geschichten auf der Website gelesen – und irgendwann war für mich klar: Da möchte ich dabei sein.
Ein paar Tage später kam der Anruf: Ich durfte mitfahren.
Die Freude war riesig. Unterkunft gebucht, Tasche gepackt – und am Freitag begann ein Wochenende, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Schon das Einsteigen in den Wiesmann MF4 GT war etwas Besonderes. Vom ersten Kilometer an merkt man, dass dieses Auto nicht einfach nur gefahren wird – man erlebt es. Der V8-Sound, die direkte Verbindung zwischen Fahrer und Maschine und die vielen liebevollen Details machen jede Fahrt zu etwas Einzigartigem.
In Dülmen angekommen wurde schnell klar, welche Bedeutung diese Marke für viele Menschen hat. Über 100 Wiesmann-Fahrzeuge. Mehr als 300 Teilnehmer. Die Rückkehr an den Ort, an dem diese außergewöhnlichen Sportwagen entstanden sind. Egal ob langjähriger Besitzer oder Besucher wie ich – überall wurde gefachsimpelt, gelacht und die gemeinsame Begeisterung für die Marke geteilt.
Mein persönliches Highlight folgte auf der Heimreise.
Unter dem Motto „Teilen macht Spaß“ durfte ich selbst rund 200 Kilometer hinter dem Steuer des MF4 GT verbringen. Autobahn, kurvige Landstraßen und Stadtverkehr – jede Strecke zeigte mir eine andere Seite dieses besonderen Sportwagens. Kraftvoll, präzise und gleichzeitig erstaunlich souverän.
Es war keine Probefahrt. Es war ein Erlebnis.
Ich bin dankbar für all die Begegnungen, die Gespräche und die Herzlichkeit, mit der ich aufgenommen wurde. Danke an alle, die das 25-jährige Jubiläum des Wiesmann Clubs zu einem unvergesslichen Wochenende gemacht haben.
Für mich war dieses Wochenende der beste Beweis, dass außergewöhnliche Automobile Menschen zusammenbringen können. Und dass die schönsten Erlebnisse entstehen, wenn man seine Leidenschaft mit anderen teilt.
Aktuelles09.07.2026
Wiesmann 2.0?
Ein neuer Anlauf für eine traditionsreiche Sportwagenmarke.
Neue Signale aus den Niederlanden: Kommt Wiesmann erneut zurück?
Nach mehreren Anläufen, die Marke Wiesmann wiederzubeleben, soll nun Jasper den Dopper den Neustart vorantreiben. In der niederländischen Automobilwelt ist sein Name kein Unbekannter: Als technischer Direktor trug er maßgeblich dazu bei, die Sportwagenmarke Spyker am Leben zu erhalten. Nun möchte er seine Erfahrung bei Wiesmann einbringen.
Den Dopper bezeichnet die aktuelle Situation als die letzte Chance für die traditionsreiche Manufaktur. Sein Ziel ist ambitioniert: Bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen die ersten neuen Sportwagen wieder das Werk verlassen und das Unternehmen langfristig wirtschaftlich erfolgreich werden.
Dabei sieht er einen entscheidenden Vorteil: Anders als bei einem kompletten Neustart kann das neue Team auf zahlreiche vorhandene Ressourcen zurückgreifen. Produktionshallen stehen bereit, Originalformen und Konstruktionszeichnungen sind erhalten geblieben und auch ein umfangreicher Lagerbestand an Bauteilen ist noch vorhanden. Gemeinsam mit einem eigenen Betriebsleiter und Designer möchte den Dopper diese Basis nutzen, um die Marke Schritt für Schritt wieder aufzubauen.
Für den Neustart setzt er bewusst auf einen pragmatischen Ansatz. Statt zunächst ein völlig neues Fahrzeug zu entwickeln, soll der Wiesmann MF5 möglichst zeitnah wieder produziert werden. Grundlage dafür sind das bereits entwickelte Chassis sowie vorhandene Komponenten aus dem Lagerbestand.
Auch an der Zukunft wird bereits gearbeitet. Die bisherige GFK-Karosserie soll durch eine moderne Vollcarbon-Konstruktion ersetzt werden. Sie soll leichter und steifer sein und gleichzeitig neue Kundengruppen ansprechen.
Beim Antrieb verfolgt Wiesmann unter Jasper den Dopper zunächst keinen Weg in Richtung Elektromobilität. Langfristig möchte er vielmehr die guten Beziehungen zu BMW wiederbeleben. Über viele Jahre waren leistungsstarke BMW M-Motoren ein prägender Bestandteil der Marke Wiesmann. Bevor jedoch über zukünftige Kooperationen gesprochen wird, möchte den Dopper zunächst beweisen, dass sich für Wiesmann wieder ein gesunder und wirtschaftlich tragfähiger Markt aufbauen lässt.
Ob dieser ambitionierte Plan gelingt, werden die kommenden Monate zeigen. Nach den Aussagen von Jasper den Dopper scheint jedoch erstmals wieder ein konkreter Fahrplan für die Zukunft der Marke vorhanden zu sein.
Quelle und Ausgangspunkt dieser Zusammenfassung ist ein aktueller Beitrag von BNR Nieuwsradio.